Hermann Ernst Koch

Herrman Ernst Koch

geboren am 17.April 1885 in Hecklingen, Schulstr.1a.
Nach erster Schulzeit in Bernburg kam er in die Frankeschen Stiftungen in Halle, wo er durch sein regelmäßiges Orgelspiel bald auf seine musikalische Begabung aufmerksam machte. 1904 begann er ein Musikstudium in Leipzig in den Fächern Klavier, Orgel, Dirigieren und Komposition. Zu seinen Lehrern gehörten u.a. Karl Straube und Max Reger. Nach Abschluß seines Studiums übernahm er 1910 das Amt des Kantors und Organisten zunächst in Dresden-Cotta und später an St.Johannis in Chemnitz. Dort blieb er mit kurzer kriegsbedingter Unterbrechung bis er 1923 einen Ruf in das Amt des Universitätsmusikdirektors in Rostock erhielt. 1924 wurde er von Karl Straube nach Leipzig geholt,um sich dort maßgeblich am Aufbau des kirchenmusikalischen Instituts der Landeskirche Sachsens am Konservatorium der Stadt Leipzig zu beteiligen. Als geschätzter Dozent für Liturgik, Hymnologie, Musiktheorie und Komposition hat er hier bis weit nach dem 2. Weltkrieg trotz totaler Ausbombung gewirkt und mehrere Generationen von Kirchenmusikern mit geprägt. Als Hermann Ernst Koch 1946 in das Amt des Landeskirchenmusikdirektors nach Dessau berufen wurde, verstand er durch Vorträge, liturgische Wochen, musikalisch gestaltete Gottesdienste, Aufführungen von Kantaten und Oratorien die Kirchenmusik in der zerstörten Stadt und im Lande Anhalt wieder zu beleben.
H.E.Koch war ein vielbeachteter Komponist. Zahlreiche seiner Werke, Kantaten, Chorsätze, Lieder und Orgelstücke sind auf die Praxis der Kantoreien und der Organisten ausgerichtet.
In seiner Kompositionsweise wußte er sich dem Erbe Max Regers und der Leipziger Bachtradition verpflichtet. Ein Großteil seiner Manuskripte wurde bei dem Bombenangriff in Leipzig vernichtet. Ein Requiem, das er später im Ruhestand komponierte, harrt noch der Aufführung. Er starb 1963 in seinem Vaterhaus in Hecklingen.